ExperiMINTe

ExperiMINTe: MINT mit Mica

Die ExperiMINTe sind ein kostenloses online Angebot. Im etwa wöchentlichen Rhythmus werden hier zu immer wechselnden Themen kleine und spannende Experimente vorgestellt, die Sie mit möglichst wenig Aufwand selbst zuhause nachmachen können. Die meisten ExperiMINTe eignen sich schon für Kinder ab 2-3 Jahren - selbst verständlich sollte hierbei immer ein Erwachsener mitmachen. Anbei gibt es zusätzlich eine kurze Erklärung, was genau passiert und auf welchen Phänomenen das ExperiMINT fußt. 

Ein Klick auf die einzelnen ExperiMINTe um mehr zu erfahren.

ExperiMINTe #10: Was ist Schnee und wie viel Wasser steckt eigentlich da drin?
ExperiMINTe #11: Fliehraft: Warum ist Karussellfahren so lustig?
ExperiMINTe #12: Vulkanausbruch
ExperiMINTe #13: Woraus sind Wolken gemacht - Der Wasserkreislauf

Frühkindliche Förderung auch in den MINT-Disziplinen

Haben Sie keine Angst, Ihre Kinder schon früh mit wissenschaftlichen Experimenten zu konfrontieren. Bereits im Alter von 2-3 Jahren verfügen die Kinder über einen enormen Forscherdrang und sind dankbar über jede Form von Erkenntnissen. Sei es nun musikalisch, künstlerisch, sportlich oder wissenschaftlich. 
Die ExperiMINTe sind so konzipiert, dass sie ohne großen Aufwand und Vorarbeit "einfach gemacht werden" können. 

ExperiMINT #1: Blaukraut oder Rotkraut? 

Blaukraut oder Rotkraut?
Habt ihr vom Mittagessen noch etwas davon übrig? Dann ist jetzt #experiMINTe Zeit.
Alles was ihr dafür braucht ist ein wenig Blaukraut (oder Rotkraut), einen Kochtopf, Gläser und Teelöffel und natürlich verschiedene Flüssigkeiten die ihr testen wollt. 

Bevor es losgeht... ein paar Sicherheitsregeln:
Rotkohl färbt ab. Die Hände werden rot, wenn der Rotkohl zerkleinert wird. Ihr könnt Handschuhe benutzen, wenn ihr möchtet. Außerdem sollte die Kleidung vor Flecken geschützt werden oder am besten etwas angezogen werden, das schmutzig werden darf. 
Es darf nichts von den verwendeten Flüssigkeiten in den Mund genommen werden. Dies gilt für alle Lösungen aber natürlich insbesondere für den Test von Seifen und Reiniger.
Auch beim Arbeiten mit heißem Wasser musst aufgepasst werden, dass man nicht verbrüht. 
Am Besten wird das ExperiMINT von Kindern und Eltern gemeinsam gemacht.

Vorbereitungen:
Ihr könnt rohen Rotkohl oder gefrorenen Rotkohl verwenden (verwendet ihr rohen Rotkohl, zerschneidet zuvor einen Teil davon in kleine Stücke). Anschließend kocht ihr den Rotkohl so lange, bis das Wasser die violette Färbung annimmt. 
Das so gefärbte Wasser wird abgeschüttet und beiseite gestellt, bis es abgekühlt ist. Dieses kann nun dazu verwenden um den pH-Wert anderer Flüssigkeiten zu testen. 
Nehmt ein paar Gläser und verteilt das gefärbte Wasser darauf. 
Stellt Testlösungen bereit. Es eignen sich hierfür alle wässrigen Lösungen. In meinem Beispiel habe ich (von links nach rechts) Zitronensaft, Apfelsaft, Spülwasser, Leitungswasser, Backpulver-Lösung und Natron verwendet. Aber testet doch auch Essig, Sprudel, Limonade oder Milch.
Gebt die zu testenden Lösungen tropfenweise (z.B. mit einer Pipette oder einem Teelöffel) in die verschiedenen Rotkohltsaft-Gläser. Wie verändert sich die Farbe? Was ist die sauerste und was ist die alkalischste Testlösung, die ihr finden konntet? Lässt sich die Farbreaktion wieder rückgängig machen, wenn ihr eine andere Lösung dazu gebt? 

Keine Zeit für lange Vorbereitungen?
Dann führt dieses ExperiMINT einfach in kleiner aber ebenso verblüffender Weise direkt beim Essen durch. Schiebt etwas von eurem Blaukraut/Rotkraut auf eurem Teller beiseite und träufelt etwas Zitronensaft oder streut eine winzige Menge Backpulver darauf. 

Was passiert? 
Rotkohl (Brassica oleracea var. capitata f. rubra) ist eine Kohlsorte die je nach Zubereitung als Gemüse als Rotkraut oder Blaukraut bezeichnet wird. Nach Zugabe von Essig oder Äpfeln beim Kochen verfärbt sich das Gemüse rot. Rotkraut und Blaukraut sind also nicht zwei unterschiedliche Sorten, sondern werden nach der Art ihrer Zubereitung benannt.
Diese Farbreaktion kommt von den im Rotkohl enthaltenen Anthocyanen. Diese wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe sind auch in anderen Pflanzen(teilen) enthalten und verleihen ihnen eine rote, violette oder blaue Färbung. Abhängig vom pH-Wert (wie sauer oder alkalisch etwas ist) verändern sich die Anthocyane und es kommt zu einer Veränderung der Farbe. Rotkohlsaft ist damit eine sogenannte Indikatorlösung. Ein solcher „Anzeiger“ zeigt den pH-Wert einer Lösung an. 

stark saurer pH von 3 : pink 
saurer pH von 4 : lila
neutraler pH von 7 : blauviolett
alkalischer pH von 8 : blau 
alkalischer pH von 9: blau-grün
stark alkalischer pH 10 oder mehr: grün-gelb bis gelb. 

Weiter gemacht:
Wenn am Ende noch Rotkohlsaft übrig ist, dann könnt ihr auch Indikator-Papier herstellen und damit auch später noch Flüssigkeiten testen. Dazu braucht ihr saugfähiges, möglichst weißes Papier (z.B. Kaffee-Filter). Dieses wird mit dem Rotkohlsaft getränkt und anschließend wieder getrocknet. Dann wird es in Streifen geschnitten und trocken gelagert. Wollt ihr eine Flüssigkeit testen, wird der Indikator-Streifen einfach in die Lösung getunkt. Am Farbumschlag könnt ihr dann ablesen ob die Lösung sauer oder alkalisch ist.



ExperiMINT #2: Bunte Blüten - oder: wie können Pflanzen eigentlich trinken?

Bunte Blüten – oder: wie können Pflanzen eigentlich trinken?
Habt ihr euch schon mal gefragt, wieso Pflanzen eigentlich Wasser brauchen und wie sie dieses transportieren (sprich „trinken“)? Dann ist diese ExperiMINTe Idee genau das richtige für euch.

Bevor es losgeht... ein paar Sicherheitsregeln:
Lebensmittelfarbe färbt nicht nur die Blüten. Auch die Hände und Kleidung werden gefärbt. Gerade Lebensmittelfarbe in Pulverform ist wirklich heimtückisch. Stellt also auf jeden Fall sicher, dass ihr euer ExperiMINT z.B. auf einem Tablett anrührt oder in der Küche. 
Da mit einem scharfen Messer oder einer (Garten-)Schere gearbeitet wird, ist darauf zu achten, dass kein Kind sich unbeobachtet diese Utensilien nimmt. Legt diese außer Reichweite, wenn sie nicht mehr benötigt werden.
Am Besten wird das ExperiMINT der kleinen Forscher durch ihre Eltern begleitet.

Was ihr benötigt
Weiße Schnittblumen. Gut funktionieren Tulpen, Rosen, Gerbera oder wie in meinem Beispiel Dahlien.

Lebensmittelfarbe (am schnellsten geht es mit flüssiger Lebensmittelfarbe, aber auch gut gelöste Farbe in Pulverform funktioniert gut – so wie in meinem Beispiel) oder wasserlösliche Tinte. 

Kleine Vasen/andere Glasgefäße oder Joghurtbecher (hier solltet ihr damit sie nicht umkippen, einen Stein oder etwas anderes zum Beschweren reinlegen). Und zwar zwei Gefäße mehr, als ihr plant Blüten zu färben.

Ein Messer und eine (Garten-)Schere. Diese sollten wirklich scharf sein. Mit stumpfen Messern und Scheren quetscht ihr die Leitbündel in der Sprossachse anstatt sie zu schneiden. Dies verschlechtert oder verhindert die Aufnahme von Wasser. 

Zeit. Dieses ExperiMINT funktioniert zwar „schnell“ - doch was bedeutet schon „schnell“ für einen drei- bis sechsjährigen Forscher? Ich empfehle euch, diese Versuchsreihe am Abend anzusetzen. 
Durchführung
Stellt die Wassergläser auf. Zwei der Gläser dienen als Kontrollen. Davon lasst ihr eines komplett leer und das andere befüllt ihr nur mit Wasser aber ohne Farbe. Die anderen Gläser befüllt ihr mit Wasser und löst darin die Lebensmittelfarbe. Nehmt wirklich viel davon (so dass die dunklen Farben kaum mehr erkennbar sind und eher schwarz wirken), so wird die Färbung der Blüten deutlich stärker. Die Stängel der Blumen schneidet ihr mit der Schere frisch und leicht schräg an. Am schnellsten bekommt ihr eine Färbung, wenn ihr den Stängel auf auf etwa 10 cm kürzt.  Jetzt stellt ihr die frisch angeschnittenen Blumen in das gefärbte Wasser, eine in ungefärbtes Wasser und eine in ein leeres Gefäß.  Stellt das ExperiMINT am besten auf die Fensterbank in die Sonne. Dadurch wird die Wasseraufnahme gesteigert. Je nachdem, wann und ob ihr zu Abend esst, könnt ihr das ExperiMINT davor starten, so fällt das Warten einfacher. Schaut euch die Blüten dann vor dem Schlafengehen noch einmal an. Könnt ihr schon etwas erkennen? Wie sehen die Blüten nach dem Aufstehen aus? Ist alles gleichmäßig gefärbt oder könnt ihr Strukturen erkennen? 


Was passiert? 
Nach 1-2 Stunden kann man schon die ersten leicht gefärbten Strukturen erkennen. Das sind die Leitbündel. Je länger ihr die Blumen im farbigen Wasser stehen lasst, desto intensiver wird die Färbung des gesamten Blütenblattes. Die Blume ohne Wasser lässt bereits nach kurzer Zeit ihr "Köpfchen" hängen. Vielleicht möchtet ihr sie anschließend zu der Kontrollblume mit ungefärbtem Wasser stellen. 
Das Wasser wird von den Pflanzen in der Regel über die Wurzeln aus dem Boden aufgenommen. Wie unser ExperiMINT zeigt, funktioniert dieses System bei Schnittpflanzen aber für eine gewisse Zeit auch über den Stängel/Stiel – oder die Sprossachse wie Botaniker sie nennen. Über ein Röhrensystem (die so genannten Leitbündel) wird das Wasser mit Hilfe der Kapillarkräfte (entgegen der Gravitation!) über die Sprossachse vorrangig zu den Blättern transportiert. Durch die auf die Pflanze einwirkenden Umweltfaktoren wie Sonnenstrahlen, Hitze oder Wind verdunstet an den Blättern das Wasser wieder. Wissenschaftler sprechen von Transpiration. Man kann sich das in etwa so vorstellen, dass an der Unterseite der Blätter winzig kleine Öffnungen sind, durch die das Wasser wieder ausgeschieden wird. Diese Öffnungen nennt man Spaltöffnungen und können von der Pflanze geöffnet oder geschlossen werden. Pflanzen schwitzen das Wasser also wieder aus. Dabei entsteht ein Transpirationssog. Durch diesen Kapillareffekt steigt stetig Wasser aus den unterirdisch liegenden Wurzeln nach oben in die Blätter. 
Normalerweise ist Wasser farblos und man kann es in den Pflanzen nicht sehen. Da ihr aber Farbstoffe im Wasser gelöst habt, werden diese mit den nach oben steigenden Wasserteilchen in die Blüten mit hinauf gezogen. Die Farbstoffe können nicht über die Spaltöffnungen abgegeben werden und sammeln sich am Ende der Leitbündel an. Durch die weitere Ansammlung der Farbstoffe werden die ganzen Leitbündel der Blüte gefärbt und ihr könnt diese nun mühelos erkennen.

Für was brauchen Pflanzen aber denn nun dieses Wasser? Pflanzen brauchen Wasser um Photosynthese zu machen. Mit Hilfe der Photosynthese stellt die Pflanze aus Wasser und Kohlendioxid (mit Hilfe von Sonnenstrahlung) Zucker und Sauerstoff her. Der Zucker verbleibt in der Pflanze und dient ihr (und je nach Pflanze dann natürlich auch uns) als Nahrung. Der Sauerstoff wird abgegeben und dient uns und anderen Tieren der Atmung.
Das Wasser dient der Pflanze auch dem Transport von Nährstoffen die im Wasser gelöst sind. Außerdem bekommt die Pflanze durch das Wasser Stabilität. Fehlt ihr das Wasser, verliert die Pflanze an Halt. 

Weiter gemacht:
Wenn ihr eine Blüte zwei- oder mehrfarbig machen möchtet, dann schneidet ihr den Stängel mit einem scharfen Messer etwa dreiviertel der Länge nach auf. Die Gläser mit dem gefärbten Wasser müssen entsprechend nah beieinander stehen. Sucht euch also am besten sehr schmale und kurze Gefäße. Optimal sind natürlich Reagenzgläser die ihr in einen Behälter stellt, damit sie nicht umkippen. 
Dann stellt ihr die Blüte mit jedem Stängelteil in eines der Gläser.

Normalerweise bin ich es ja gewohnt direkt mit den Kindern zu interagieren und die spannenden ExperiMINTe zu begleiten. Ich würde mich also sehr darüber freuen, wenn ihr mich an eurem Forschen teilhaben lasst und mir ein Foto von euren Ergebnissen schickt, wenn ihr das gerne möchtet, veröffentliche ich diese Fotos dann.



ExperiMINT #3: Regenbogen - Farben mischen mit Kapillarkräften

Regenbogen – Farben mischen mit Kapillarkräften
Regenbögen sind ein Naturphänomen, das Kinder wie Erwachsene fasziniert. Heute wollen wir die Farben eines Regenbogens mit Hilfe des Kapillareffekts mischen und so gleich zwei wissenschaftliche Phänomene ergründen.

Bevor es losgeht... ein paar Sicherheitsregeln:
Lebensmittelfarbe färbt nicht nur das Papier. Auch die Hände und Kleidung werden gefärbt. Stellt also auf jeden Fall sicher, dass ihr euer ExperiMINT z.B. auf einem Tablett oder auf einem Teller anrührt. 
Am besten wird das ExperiMINT der kleinen Forscher durch ihre Eltern begleitet.

Vorbereitungen
6 Wassergläser
Wasser
Lebensmittelfarbe in Rot, Gelb und Blau (flüssige Lebensmittelfarbe oder in Pulverform)
Saugfähiges Papier (z.B. Toilettenpapier, Küchenpapier oder Taschentücher) länglich gefaltet, sodass es immer zwei der Gläser miteinander verbinden kann.

Durchführung
Stellt die Wassergläser im Kreis auf. Drei der Gläser befüllt ihr mit Wasser und gebt die Lebensmittelfarbe dazu (je mehr Wasser in den Gläsern ist, desto schneller wird das Experiment ablaufen). Die drei anderen Gläser lasst ihr leer. Für einen schönen Farbverlauf, wie wir ihn von einem Regenbogen kennen, ist die Reihenfolge wichtig: Rot – leer – Gelb – leer – Blau – leer. Jetzt nehmt ihr die gefalteten Papiere und gebt das eine Ende in eines der befüllten, das andere Ende in eines der leeren Gläser. Was passiert mit den anfangs leeren Gläsern? Welche Sekundärfarben entstehen bei der Mischung der Grundfarben Rot-Gelb, Gelb-Blau und Blau-Rot? Wie lange dauert es, bis der Wasserstand der Gläser angeglichen ist?

Was passiert? 
Direkt nach dem eintauchen der Papiertücher in das gefärbte Wasser saugt sich das Papier damit voll. Anschließend braucht ihr ein wenig Geduld. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn dieses ExperiMINT vereint gleich zwei tolle wissenschaftliche Phänomene. Zum einen die (Subtraktive) Farbmischung, zum anderen den Kapillareffekt.  
Die drei verwendeten Farben Rot, Gelb und Blau werden als Primärfarben oder Grundfarben bezeichnet. Diese drei Farben lassen sich nicht durch Mischung von Farben herstellen. Es können aus ihnen jedoch alle anderen Farben hergestellt / gemischt werden. So wird sich das zu Beginn leere Glas zwischen Rot und Gelb nach und nach mit orangenem Wasser füllen. Das Glas zwischen den gelben und blauen Gläsern wird sich mit grünem Wasser füllen und die Mischung aus blauem und rotem Wasser wird Violett. 
Mit dem eintauchen der Papiere in das farbige Wasser wird dieses nach oben gesogen. Ähnlich wie in ExperiMINTe # 2 Bunte Blüten, in der wir Blüten gefärbt haben, wird das Wasser und die darin enthaltenen Farbpartikel durch den Kapillareffekt stetig nachgezogen. Das Wasser läuft aufwärts – entgegen der Gravitation – und nimmt die Farbpartikel der Lebensmittelfarbe mit sich. Das selbe Phänomen erlaubt es Pflanzen mit ihren Wurzeln Wasser aus dem Boden aufzunehmen und in die Blätter zu transportieren. Papier besteht zum größten Teil aus pflanzlichen Fasern. Diese Fasern werden aus Holz gewonnen, das unter anderem zu Zellstoff verarbeitet wird. Zellstoff besteht zum größten Teil aus Cellulose. Papier besteht also vielen Cellulosefasern, die eng nebeneinander liegen. Besonders saugfähige Papiere wie Küchenpapier enthalten zwischen den Fasern viele Hohlräume. Diese Hohlräume nennt man auch Kapillaren. Kommt eine Flüssigkeit wie Wasser in Berührung mit einer Kapillare, dann tritt der "Kapillareffekt" auf. Das führt dazu, dass Wasser entgegen der Schwerkraft in einer Kapillare nach oben steigt. Den Kapillareffekt habt ihr vielleicht auch schon einmal beobachtet, wenn ihr ein Trinkröhrchen in ein Getränk gestellt habt. Die Flüssigkeit im Röhrchen steht ein wenig höher steht als im Glas. Ursache für dieses Verhalten ist die sogenannte "Adhäsionskraft" zwischen dem Wasser und der Kapillare oder dem Trinkröhrchen. Hierbei "klettern" die Wassermoleküle am Übergang von Wasser zu Röhrchen ein wenig nach oben und ziehen dabei andere Wassermoleküle mit sich. 
Durch die Kapillaren im Küchentuch unseres ExperiMINTs wird Wasser in das leere Glas transportiert. Neben Pflanzen wird der Kapillareffekt von uns auch beim Schreiben mit einem Füller oder beim brennen einer Kerze verwendet. Durch letzteres wird der Kapillareffekt manchmal auch als „Dochteffekt“ bezeichnet. Das flüssige Wachs wird durch die feinen Kanäle des gewobenen Dochts nach oben zur Flamme hin gezogen und versorgt diese damit mit Brennstoff.
Und warum ist am Ende in allen Gläsern gleichviel Wasser? Immer zwei unserer Gläser sind über Kapillaren miteinander verbunden. Wissenschaftler nennen so etwas „kommunizierende Gefäße“. Am Ende des ExperiMINTs – nach etwa einer Stunde - steht das Wasser in allen unseren „kommunizierenden Gefäßen“gleich hoch und es sind ganz prächtige Mischfarben entstanden. Die ersten Farbmischungseffekte kommen aber schon nach wenigen Minuten zum Vorschein. Ihr könnt das ExperiMINT über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen noch einmal bewundern.

Weiter gefragt: Wo wird das Phänomen der Kommunizierenden Gefäße von uns im Alltag genutzt? 
In der Schifffahrt werden zum Höhenausgleich zwischen Oberwasser und Unterwasser an Kanälen Schleusen verwendet. Aus einem hochgelegenen Behälter oder aus einem hohen Wasserturm fließt das Wasser durch das Röhrensystem zu uns in den Wasserhahn. Außerdem wird durch das in der Rohbiegung eines Siphons befindliche Wasser verhindert, dass der unangenehme Geruch des Abwassersystems in die Badezimmer gelangt.


Lasst mich an eurem Forschen teilhaben und schickt mir gerne ein Foto mit euren Ergebnissen! 


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ExperiMINT #4: Papierchromatographie– Kann man Farben eigentlich auch wieder entmischen?

Farben mischen das war leicht – aber geht das eigentlich auch anders herum?
Die Farben aus unserem Regenbogen der ExperiMINTe Folge vergangener Woche, möchte ich heute nachhaltig direkt wiederverwenden und mit einem einfachen ExperiMINT zeigen, dass man Farben auch wieder entmischen kann. 

Bevor es losgeht
Wie immer gilt: Lebensmittelfarben oder Filzstifte färben auch Hände, Kleidung und andere Materialien, die vielleicht lieber ungefärbt geblieben wären. 
Macht dieses ExperiMINT auch wieder im Eltern-Kind-Team, so macht es am meisten Spaß. Denn beim #Experimentefürzuhause gilt wie in der echten Wissenschaft auch: gemeinsam ist besser und macht viel Spaß.

Vorbereitungen
Gemischte Lebensmittelfarben aus dem ExperiMINT Regenbogen. Es funktioniert aber natürlich auch mit Wasserfarben oder Filzstiften (wasserlöslich). Eindrucksvoll wird es mit rot, gelb, blau und deren Mischfarben orange, grün und lila)
Engmaschiges Filterpapier (z.B. Kaffeefilter oder Küchenpapier). Schneidet das Filterpapier in Form eines Kreises zurecht. In die Mitte wird ein kleines Loch geschnitten, durch das später der Docht gezogen wird. Ein kleines Stück des Filterpapiers wird als Docht eng zusammen gerollt.
Behälter mit Wasser

Durchführung
Tragt die Farben auf das Filterpapier auf. Entweder ihr macht das so, wie im Video gezeigt oder ihr tropft/malt es direkt auf das Papier drauf – möglichst Zentral um das Loch herum.
Dann steckt ihr den Docht durch das Loch des Filterpapiers und stellt den Docht in den Wasserbehälter. Jetzt gilt es zu warten, bis die Farben gut voneinander getrennt sind. 
In welche Farben werden die Mischfarben aufgetrennt? Was passiert mit den Grundfarben?
Die Ergebnisse könnt ihr selbst verständlich trocknen und aufbewahren, aufhängen oder verschenken.

Was passiert?
Das Wasser wird durch die Kapillarwirkung (vgl #ExperiMINTe Regenbogen und BunteBlumen) nach oben durch den Docht und dann weiter über das Filterpapier gesogen. Das Wasser trägt dabei die Farben mit sich mit. Je nach Größe der Farbpartikel werden sie unterschiedlich weit transportiert. 
Die Methode die wir dabei verwenden, nennt sich Papierchromatographie. Sie ist ein Trennverfahren, dass in der Biologie und Chemie häufig verwendet wird und eignet sich hervorragend dafür, auch ExperiMINTe für kleine Wissenschaftler daraus abzuleiten. Entwickelt wurde die Verteilungschromatographie übrigens von Archer J. P. Martin und Richard L. M. Synge, die dafür 1952 den Nobelpreis für Chemie verliehen bekamen. Bei der Papierchromatografie wird eine kleine Menge des zu analysierenden Stoffes (in unserem Fall die Farben) auf eine stationäre Phase (unser Filterpapier) aufgetragen und mit Hilfe einer mobilen Phase (unser Lösungsmittel Wasser) transportiert. Das Wasser wird durch die Kapillarwirkung (vgl #ExperiMINTe Regenbogen und Bunte Blumen) nach oben gesogen und trägt dann die Farbpartikel mit sich mit. Je nach Größe und Beschaffenheit der Farbpartikel werden sie unterschiedlich weit transportiert. Wie weit die Partikel transportiert werden, hängt von der Wechselwirkung (Adsorption und Desorption) der Substanz mit dem Papier ab. Mit Hilfe des Bildes eines Flusses der Treibgut mit sich führt, ist diese Methode sehr leicht zu verbildlichen. Die Geschwindigkeit, mit der das Treibgut weiterbewegt wird, hängt unter Anderem davon ab, wie groß und wie schwer das Treibgut ist. So entmischt man unter großem Staunen Mischfarben wie Orange, Grün oder Lila der Lebensmittelfarben, Wasserfarben oder Filzstifte (abhängig vom Hersteller) in ihre Grundfarben. Einzig die Grundfarben bleiben sie selbst – da sie nicht gemischt sind.

Weiter gemacht – Chromatographie-Blumen und -Lesezeichen
Malt doch einfach unterschiedliche und bunte Muster mit Filzstiften in die Mitte der Filterpapiere und schaut wie die Farben sich mischen und entmischen, wenn das Wasser durch den Docht und durch das Filterpapier gesogen wird. 
In Streifen geschnittene Küchenpapiere oder länglich gefaltete (Papier)Taschentücher können mit einer kurzen Seite in die unterschiedlichen Farblösungen getunkt werden. Ist die Farbe weit genug gelaufen, tunkt das Papier in eine andere Farbe usw. Anschließend könnt ihr die Tücher zum Trocknen hinlegen und zum Beispiel als Lesezeichen verwenden.
Mailt mir gerne Fotos von euren Ergebnissen, darüber würde ich mich sehr freuen. 

ExperiMINT #5: Papierchromatographie II– Was ist eigentlich Schwarz?

Papierchromatographie II: Was ist eigentlich Schwarz?
Schwarz ist keine Farbe? Von wegen! 
Mit der Methode der Papierchromatographie haben wir bereits die einzelnen Mischfarben aus den Grundfarben rot, gelb und blau entmischt. Das gleiche funktioniert auch prima mit Schwarz. 

Bevor es losgeht
Wie immer gilt: Filzstifte färben auch Hände, Kleidung und andere Materialien, die vielleicht lieber ungefärbt geblieben wären. 
Macht dieses ExperiMINT auch wieder im Eltern-Kind-Team, so macht es am meisten Spaß. Denn beim experimentieren Zuhause gilt wie in der Wissenschaft auch: gemeinsam ist besser und macht viel Spaß.

Vorbereitungen
Schwarzen, wasserlöslichen Filzstift. Eindrucksvoll wird es mit mehreren schwarzen Filzstiften verschiedener Hersteller.
Engmaschiges Filterpapier (z.B. Kaffeefilter oder Küchenpapier). Schneidet das Filterpapier in Form eines Kreises zurecht. In die Mitte wird ein kleines Loch geschnitten, durch das später der Docht gezogen wird. Ein kleines Stück des Filterpapiers wird als Docht eng zusammen gerollt.
Behälter mit Wasser

Durchführung
Malt Punkte oder Striche eurer schwarzen Filzstifte möglichst zentral auf das Filterpapier. Verwendet ihr nur einen schwarzen Stift, könnt ihr auch einen Kreis um die Mitte malen. 
Dann steckt ihr den Docht durch das Loch des Filterpapiers und stellt den Docht in den Wasserbehälter. Jetzt gilt es zu warten, bis die Farben gut voneinander getrennt sind. 
Aus welchen Einzelfarben bestehen die (unterschiedlichen) schwarzen Filzstifte? 
Die Ergebnisse könnt ihr selbst verständlich trocknen und aufbewahren, aufhängen oder verschenken.

Was passiert?
Schwarz gehört wie weiß zu den sogenannten „unbunten Farben“. Als „unbunt“ wird eine neutrale Lichtempfindung beschrieben, die eine Mischung von allen Wellenlängen des Spektrums in physikalisch gleicher Strahlungsstärke ist (H.G. Buschendorf). Das bedeutet, dass unbunte Farben wie Schwarz eine Mischung aller Farben ist. Denn wer kennt das nicht? Einmal kurz mit den Wasserfarben gepanscht und schon haben wir sehr dunkle Farbtöne wie Braun oder Schwarz. Durch die Papierchromatographie kehren wir den Prozess um und entmischen die Farben wieder. Dabei wird das Wasser durch die Kapillarwirkung (vgl. ExperiMINTe Bunte Blumen, Regenbogen und Chromatographie) nach oben durch den Docht und dann weiter über das Filterpapier gesogen. Das Wasser trägt dabei die Farben mit sich mit. Je nach Größe der Farbpartikel, werden sie unterschiedlich weit transportiert. So wird die Ursprungsfarbe in seine Einzelfarben aufgetrennt. Die Mischfarben (schwarz, aber auch alle bunten Mischfarben) werden von jedem Hersteller anders und aus unterschiedlichen Einzelfarben produziert. Daher wird es sehr eindrucksvoll, wenn für das ExperiMINT schwarze Filzstifte unterschiedlicher Hersteller verwendet werden. 

Weiter gemacht
Verwendet nicht nur unterschiedliche (unbunte) schwarze, sondern auch bunte Filzstifte und entmischt sie. Spannend wird es, wenn zuvor aus den Grundfarben rot, gelb und blau Mischfarben auf dem Filterpapier gemischt und durch die Papierchromatografie wieder entmischt werden.
Hat euch dieses ExperiMINTe: MINT mit Mica gefallen? Lasst mich an eurer Forschereinheit teilhaben und schreibt mir oder sendet mir Fotos. Was wollt ihr als nächstes erforschen?

ExperiMINT #6: Additive Farbmischung - Was ist eigentlich Weiß?

Dass Schwarz eine unbunte Farbe ist, haben wir bereits erfahren. Doch was ist mit Weiß? 
Mit der Methode der Additiven Farbmischung verwandeln wir das Wohn- oder Kinderzimmer heute zu einer Bühne und die kleinen Forscher können eine eigene Lightshow darbieten.

Bevor es losgeht
Bitte nicht direkt in das Licht der Taschenlampen schauen. 
Macht dieses ExperiMINT auch wieder im Eltern-Kind-Team, so macht es am meisten Spaß. Drei Taschenlampen zu halten und sie auch noch in die richtige Position zu bringen ist manchmal etwas schwierig. Denn beim experimentieren Zuhause gilt wie in der Wissenschaft auch: gemeinsam ist besser und macht viel Spaß.

Vorbereitungen
Drei Taschenlampen/Schreibtischlampen... mit rotem, grünen und blauem Licht. 
oder: drei möglichst gleichstarke Lampen mit weißem Licht. Sichthüllen oder Krepppapier in rot, grün und blau. Sowie eine Lupe oder eine (durchsichtige) Glasmurmel.

Durchführung
Am besten befindet ihr euch für dieses ExperiMINT in einem (etwas) abgedunkelten Raum, dann ist es am eindrucksvollsten. Schaltet die Taschenlampen an und lasst euch verzaubern. Habt ihr keine Taschenlampen mit farbigem Licht,könnt ihr um die Lampe einfach Krepppapier wickeln oder die Lampen durch farbige Sichthüllen scheinen lassen. Hier muss zunächst ein bisschen getestet werden, wie viele Schichten Papier/Folie benötigt werden.
Welche Mischfarben können entstehen? Schafft ihr es, weißes Licht als Mischfarbe aus den drei Farben herzustellen? Wie verhalten sich Lichtfarben im Vergleich zu Pigmentfarben aus beispielsweise dem ExperiMINT Regenbogen oder mit Fingerfarben? Entstehen die gleichen Mischfarben?
Weiter gemacht
Untersucht gemeinsam einen Bildschirm - Fernseher, ein Computer-Monitor, Tablet oder Smartphone - mit einer Lupe oder einer (durchsichtigen) Glasmurmel. Auch ein kleiner Tropfen Wasser eignet sich dafür – da Wasser und elektronische Geräte aber explizit nicht miteinander in Berührung kommen sollten, weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass MINT Podium für eventuelle Schäden keinerlei Haftung übernimmt. Ist das Farbraster in der Vergrößerung immer das gleiche? Wie verändert es sich, wenn man einen anderen (Farb-)Bereich am Bildschirm betrachtet?

Was passiert?
Auch weiß gehört (wie schwarz) zu den sogenannten „unbunten Farben“. Bei der Additiven Farbmischung werden Lichtfarben miteinander gemischt deren drei Grund- oder Primärfarben hierbei Grün, Rot und Blau sind. Bei gleicher Intensität erhält man dabei die Mischfarben Gelb (Rot und Grün), Cyan (Grün und Blau) und Magenta (Rot und Blau). Alle drei Farben zusammen ergeben die (unbunte) Farbe weiß. Die additive Farbmischung wird auch häufig als physiologische Farbmischung bezeichnet, da der im menschlichen Auge empfundene Farbeindruck durch Hinzufügen eines anderen Farbreizes verändert wird. Das bedeutet, dass die Mischung von Lichtfarben bei uns im Auge und Gehirn stattfindet und nicht auf einem Papier mit beispielsweise Fingerfarben gemischt wird.  
Diese Technik nutzen Computer- oder andere Bildschirme. Auf einem Bildschirm werden die Lichtfarben nicht wie in unserem ExperiMINT übereinander gelagert, sondern (sehr dicht) nebeneinander Dargestellt. 
Im Gegensatz zur Additiven Farbmischung der Lichtfarben, steht die sogenannte Subtraktive Farbmischung der Körper- oder Pigmentfarben. Bei der additiven Farbmischung wird Licht gemischt. Rotes Licht und Grünes Licht ergeben gelbes Licht. Rotes, Grünes und Blaues Licht ergeben weißes Licht. Bei der Subtraktiven Farbmischung werden Stoffe/“anfassbare Farben“ miteinander gemischt. Gelbe und Blaue Fingerfarben ergeben zusammen eine grüne Fingerfarbe. Verwenden wir alle drei Grundfarben indem wir Fingerfarben mischen, erhalten wir Schwarz.

Hat euch diese Folge MINT mit Mica gefallen? Lasst mich an eurer Forschereinheit teilhaben und schreibt mir oder sendet mir Fotos. Was wollt ihr als nächstes erforschen?
 

ExperiMINT #7: Lichtbrechung & Weißes Licht – Welche Farbe hat die Sonne?

Welche Farbe hat eigentlich unsere Sonne? Spontan werden vermutlich viele mit „Gelb“ antworten. Betrachtet man die Sonne am Abend oder am Morgen, erscheint sie in tiefem Rot. Astronauten/Kosmonauten haben das große Glück, die Erde und auch die Sonne vom Weltall aus zu betrachten. Schaut man sich Fotos davon an, erkennt man, dass die Sonne eigentlich in hellem weißem Licht erstrahlt. Ist das Licht der Sonne also vielleicht auch eine Farbmischung? Aus der additiven Farbmischung wissen wir, dass gelbes Licht eine Sekundärfarbe (Mischfarbe) ist und aus den Farben Grün und Rot „gemischt“ wird. Wir haben bereits erfahren, dass weißes Licht eine Mischung der drei Grund(licht)farben Grün, Rot und Blau ist. Dies geschieht über die sogenannte „additive“ Farbmischung. Eine Farbwahrnehmung, die nicht mit „anfassbaren“ Farben gemischt wird, sondern mit verschiedenen Farben von Licht. Eine detaillierte Anleitung dazu gibt es hier.
Ob Sonnenlicht und weißes Licht einer Taschenlampe wirklich eine Mischfarbe ist, wollen wir heute erforschen. 

Bevor es losgeht
Bitte nicht direkt in die Sonne oder andere Lichtquellen schauen. Insbesondere mit einem Prisma ist das sehr gefährlich für unsere Augen. 
Macht dieses ExperiMINT auch wieder im Eltern-Kind-Team, so macht es am meisten Spaß. 

Vorbereitungen
Lichtquellen: (Verschiedene) Taschenlampen mit weißem Licht, einen sonnigen Tag.

Gegenstände zum Lichtbrechen/Lichtbeugen wie z.B.: ein Glas mit Wasser, Sprühflasche oder Gartenschlauch, ein Prisma, CD-Rohling oder eine alte CD, die nicht mehr benötigt wird, und was ihr sonst noch so findet zum ausprobieren…

Durchführung
Das ExperiMINT besteht aus zwei Teilen. Den ersten Teil müsst ihr an einem sonnigen Tag machen. Haltet die zu untersuchenden Gegenstände in das Sonnenlicht. Dazu müsst ihr ausprobieren, welches die richtige Position für zB. das Wasserglas ist – sprich in welchem Winkel das Sonnenlicht auf den Gegenstand trifft. Am besten zu erkennen ist die Lichtbrechung, wenn ihr das ausfallende, gestreute Licht aber trotzdem auf einen etwas schattigen Bereich lenkt. Wenn es nicht so gut funktioniert, könnt ihr ein Stück Papier mit einem kleinen Spalt/Loch darin vor die Taschenlampe kleben, so wird der Lichtstrahl ein wenig gebündelt. Welche Farben könnt ihr erkennen? Eignet sich einer eurer Gegenstände besonders gut? In welcher Reihenfolge treten beim Sonnenlicht die Lichtfarben auf?
Der zweite Teil findet am besten in einem (etwas) abgedunkelten Raum statt. Schaltet die Taschenlampe(n) an und beleuchtet eure Gegenstände, mit denen ihr eure Lichtquelle(n) überprüfen wollt. Auch hier muss zuerst der passende Winkel gefunden werden.
Aus welchen Farben setzt sich das Licht der Taschenlampe zusammen? Welche Reihenfolge haben die Farben? Ist die Reihenfolge immer die Selbe? Wenn ihr verschiedene Taschenlampen verwendet: Könnt ihr zwischen den weißen Lichtern Unterschiede erkennen, wenn sie gebrochen werden? 

Weiter gemacht
Mit etwas Klebeband könnt ihr ein weißes Blatt Papier an die Wand/auf den Boden kleben und dort hin das gebrochene Licht lenken. Nehmt die Buntstifte und zeichnet die Farben des Lichtes nach. Dafür braucht ihr dann noch Buntstifte/Wasserfarben, Papier und eventuell etwas Klebeband.

Was passiert?
Wird eine Sonne gemalt, wird häufig direkt zu Gelb gegriffen. Tatsächlich ist es so, dass Gelb- und Rottöne im Sonnenlicht leicht dominieren. Das Licht der Sonne ist aber eigentlich Weiß und damit sind neben Gelb und Rot alle anderen Farben darin enthalten. Sie ergeben zusammen die (unbunte) Lichtfarbe Weiß. Dass das wirklich so ist, konnten wir heute eindrucksvoll erforschen. In der Natur kann man diese Tatsache am Schauspiel eines Regenbogens deutlich erkennen. Das „gemischte“ Sonnenlicht trifft auf einen Regentropfen und wird an diesem „gebrochen“. Das bedeutet, dass das Sonnenlicht nicht gerade aus in einer Linie durch den Regentropfen geht, sondern schräg abgelenkt wird. Und zwar zweimal – einmal wenn es in den Regentropfen hinein und einmal wenn es aus dem Regenbogen wieder herauskommt. Jede Lichtfarbe wird in einem leicht anderem Winkel gebrochen und macht das „unterschiedlich schnell“ (Rot 42°, Blau 40°, deshalb sieht man im Sommer durch den hohen Sonnenstand auch weniger häufig dieses schöne Schauspiel). So wird das gebündelte „weiße“ Licht der Sonne in alle seine Farben aufgefächert. Die sichtbaren Farben des Regenbogens sind so immer in der gleichen Reihenfolge zu sehen – von Außen nach Innen: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila/Violett.
Das weiße Licht unserer Taschenlampen ist ebenso eine Mischfarbe. Je nach Art der verwendeten Lampe wird das Licht aus unterschiedlichen Grundfarben gemischt. Die Anteile der Farben variieren hier – manchmal erhält man also nicht alle Farben wie die des Regenbogens. Auch bei einem Wasserglas und allen anderen Gegenständen ist der Winkel entscheidend, wie das Licht eintritt. Auch CDs zeigen uns ein schönes Farbmuster, hierbei entstehen die Lichtfarben aber nicht durch „Brechung“ sondern durch „Beugung“. Die Oberfläche einer CD besteht aus vielen kleinen Rillen, an denen das Licht (durch Interferenz) reflektiert werden. Das Licht tritt also nicht hindurch, sondern wird wie von einem Spiegel „umgelenkt“. Was wir sehen ist im Endeffekt aber doch gleich – das weiße Licht wird in seine Farben aufgefächert.
Doch warum erscheint uns die Sonne Gelb oder Rot? Unsere Erde ist von einer Lufthülle umgeben. Die Sonnenstrahlen fallen durch diese Lufthülle auf die Erde. Das Licht der Sonne trifft dabei auf Luftteilchen und werden davon abgelenkt, also „gestreut“. Am stärksten werden die blauen Bereiche des Lichts gestreut, deshalb erscheint uns der Himmel blau. Bei uns auf der Erde kommt das Sonnenlicht beinahe ohne blaue Anteile an. Weil das Blau fehlt, sieht das Sonnenlicht für uns gelblich aus. Am Morgen oder Abend, wenn die Sonne tief über dem Horizont steht, wird neben dem Blauanteil zusätzlich noch Grüne Anteile durch die Streuung vermindert. So erscheint uns die Sonne in dunklem Rot.

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ExperiMINT #8: Schatten - Farbige Schatten erklären die Abwesenheit von Licht

Bevor es losgeht
Bitte nicht direkt in die Taschenlampen schauen. Je nachdem wie hell die Lampe ist, kann dies das Auge schädigen. Feuerzeuge und Kerzen dürfen nur unter Aufsicht eines Erwachsenen verwendet werden.
Macht dieses ExperiMINT auch wieder im Eltern-Kind-Team, so macht es am meisten Spaß. Außerdem ist es ziemlich schwierig, alleine mehrere Taschenlampen zu halten und gleichzeitig noch einen/mehrere Schatten zu erzeugen.

Vorbereitungen
Lichtquellen: 2-3 Taschenlampen mit weißem Licht. 
Oder: Teelichter in einem Glas & Feuerzeug 
Krepppapier oder Sichthüllen in blau, grün und rot (oder natürlich farbige Taschenlampen, falls verfügbar)
Gegenstand für Schattenwurf oder euch selbst

Durchführung
Am besten befindet ihr euch für dieses ExperiMINT in einem (etwas) abgedunkelten Raum, dann ist es am eindrucksvollsten. Schaltet zunächst eine Taschenlampen mit weißem Licht an und projiziert den Schatten eurer Hand oder eines Gegenstandes an eine Wand. (Ohne Taschenlampe funktioniert es auch mit Teelichtern, die zur Sicherheit in ein Glas gestellt werden. Schaltet nun eine weitere Taschenlampe ein (oder zündet eine weitere Kerze an) und haltet diese so, dass ihr einen zweiten Schatten von eurer Hand/eurem Gegenstand erzeugt. Welche Farbe hat der erste Schatten? Wie verändert sich der Schatten, nachdem eine weitere Taschenlampe eingeschaltet wurde? 

Als nächstes kommen die farbige Lichter dran. Habt ihr keine Taschenlampen mit farbigem Licht, könnt ihr um die Lampe einfach Krepppapier wickeln oder die Lampen durch farbige Sichthüllen scheinen lassen. Das gleiche Funktioniert auch mit Teelichtern. Umwickelt hierbei einfach die Gläser mit Krepppapier oder stellt die Sichthülle vor das Kerzenglas. Hier muss zunächst ein bisschen getestet werden, wie viele Schichten Papier/Folie benötigt werden. Lichtfarben wurden bereits im ExperiMINT #6 – Additive Farbmischung eindrucksvoll gemischt. Dieses Wissen müssen wir uns für das heutige ExperiMINT noch einmal abrufen. Beleuchtet euren Gegenstand zunächst immer nur mit einer Lichtfarbe. Welche Farbe hat der Schatten? Nehmt nun eine zweite Lichtfarbe dazu. Startet am besten mit Rot und Grün, deren gemeinsame Mischfarbe Gelb ergibt. Wie viele Schatten könnt ihr zählen? Welche Farben haben die Schatten? Schafft ihr es, die Lichtquellen so zu stellen, dass dennoch ein (kleiner) schwarzer Schatten sichtbar ist? Wie verändert sich die Farbe der Schatten, wenn der Einfallswinkel verändert wird? Welche Schattenfarben entstehen, wenn alle drei Lichtfarben verwendet werden? 

Was passiert?
Ein Schatten tritt immer dann auf, wenn etwas beleuchtet wird. Das Licht fällt auf eine Person/einen Gegenstand und auf der Rückseite entsteht ein Schatten. Ein Schatten ist also vereinfacht gesagt etwas, wo kein oder weniger Licht ist – die „Abwesenheit“ von Licht. Werden zwei weiße Lichtquellen aus unterschiedlichen Positionen verwendet entstehen auch zwei Schatten. Je nach Beleuchtungswinkel ist es aber möglich, einen kleinen (gemeinsamen) Schatten zu erzeugen, der von keiner der anderen Lichtquellen beleuchtet wird. Wissenschaftler sprechen von einem „Kernschatten“. Je mehr Lichtquellen zugeschaltet werden, desto heller werden die Teilschatten. 
Werden einzelne, farbige Lichtquellen verwendet, ist auch hier der Schatten schwarz. Zum Beispiel erzeugt eine rote Lichtquelle einen schwarzen Schatten. Eine grüne Lichtquelle erzeugt ebenso einen schwarzen Schatten. Mit ExperiMINT #6 haben wir erfahren dürfen, dass die Mischung aus rotem und grünem Licht, Gelb ergibt. Scheinen Rot und Grün von zwei Richtungen gemeinsam auf ein Objekt, erhalten wir zwei farbige Halbschatten (und je nach Winkel einen Schwarzen Kernschatten). Von der einen Seite wird der Gegenstand mit Rot beleuchtet, hinter diesem Gegenstand ist also eigentlich ein (schwarzer) Schatten. Da das rote Licht in der gemeinsamen Mischfarbe Gelb aber fehlt, ergibt das einen grünen Schatten – umgekehrt „macht“ das grüne Licht einen roten Schatten, da in der gemeinsamen Mischfarbe Gelb das rote Licht fehlt. Die Grünen Schatten sind also Bereiche, in denen zwar grünes, aber kein rotes Licht hin scheint. Bereiche hinter dem Gegenstand, die weder von rotem noch von grünem Licht beleuchtet werden, erscheinen schwarz. Wird nun noch eine blaue Lampe mit dazu geschaltet, ist es uns möglich (je nach Eintrittswinkel) alle drei Grund- und alle Mischfarben in einem Schattenbild zu erzeugen. 
Farbige Schatten sind also nicht nur unfassbar faszinierend und wunderschön anzusehen, sie zeigen einem noch einmal deutlich, dass ein Schatten die Abwesenheit von Licht ist. 

Weiter gemacht
Keine Taschenlampen oder Teelichter zuhause? Das ExperiMINT noch einmal in Ruhe nachmachen? Wie wäre es mit einem online ExperiMINT? Dank großartiger Unterstützung aus meinem Team gibt es nun auch die Kategorie VirtualMINT. „Additive Farbmischung & Farbige Schatten“ ab sofort auch als virtuelles ExperiMINT.

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ExperiMINT #9: Magnetismus - Wir untersuchen den Euro

Kinder kommen schon sehr früh in Kontakt mit Magneten und sind fasziniert von dieser scheinbar magischen Kraft. Entscheidend ist aber nicht der Gegenstand, ob etwas magnetisch ist, sondern das Material aus dem er besteht. Gegenstände mit denen wir fast alltäglich in Kontakt treten, ist unser Euro - besser gesagt die Euro-Münzen.

Bevor es losgeht
Falls eine Nickelallergie vorliegt, sollte dieses ExperiMINT eventuell mit geeigneten Handschuhen durchgeführt werden.

Vorbereitungen
Es wird mindestens ein Magnet benötigt.  Außerdem ein möglichst vollständiger Satz von Euro-Münzen.

Durchführung

Zunächst soll es auf die Suche nach magnetischen Alltagsgegenständen gehen um ein Gefühl für den Magneten an sich und außerdem für magnetische Gegenstände zu entwickeln. Anschließend können die analysierten Gegenstände nach magnetisch und nicht-magnetisch sortiert werden. Wie fühlen sich die magnetischen Gegenstände an? Haben sie etwas gemeinsam? Die kleinen Forscher sollten genügend Zeit erhalten selbst festzustellen, dass sich magnetische Gegenstände häufig kühl anfühlen, sie aus Metall bestehen. 
Aber nicht jedes Metall ist magnetisch. Das Forscherteam braucht nun einen Satz Euro-Münzen. Auch dieser kann nach magnetisch und nicht-magnetisch unterteilt werden. Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Münzen?

Erklärung
Die Münzen bestehen aus Legierungen. Das sind Mischungen aus Metallen. Nicht alle Metalle sind magnetisch. So sind nur die 1,2, und 5 Cent Münzen magnetisch, da diese kupfer-ummantelten Münzen aus einem Eisenkern bestehen - der Wert des Materials soll dem des ausgedruckt Werts nicht übersteigen, das Kupfer macht die Münzen rostbeständig.
Die 10, 20 und 50 Cent Münzen bestehen aus einer Verbindung von Kupfer, Aluminium, Zink und Zinn. Keines dieser Metalle ist magnetisch.
Die 1 Euro Münzen bestehen im Kern aus einer Kupfer-Nickel-Legierung und der „goldene“ Ring aus Messing. Das ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Beim 2-Euro-Stück ist es genau andersherum. Wie Eisen zählt auch Nickel zu den ferromagnetischen Metallen. Daher sind die 1- und 2 Euro Münzen leicht magnetisch. Bei leichtem schütteln des Magneten fallen die Münzen allerdings wieder vom Magneten ab. Da der magnetische Anteil der 2 Euro Münze nicht abgeschirmt wird und außerhalb liegt, ist diese etwas stärker magnetisch als die 1 Euro Münze. 
Beispielsweise nutzen Münzautomaten die unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften um die Münzen voneinander zu unterscheiden.

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